Donnerstag, November 23, 2006

wir sprechen heute mit prof blunzenwurststengel über seinen werdegang als sauerkrauttopf.

prof blunzenwurststengel, warum sind sie bergsteiger geworden?

als ich klein war gab es auf der wand mit den familienfotos im haus meiner eltern ein bild meines vaters, wie vom am gipfel (so dachte ich damals) des dachsteinmassivs in tie tiefe schaut.

und das hat genügt?

nein nicht ganz. ich habe begonnen mit schulfreunden kleine wanderungen zu unternehmen, die mit der zeit immer länger wurden. lukas, ein ganz besonders fester depp, wollte dann immer weniger wandern und mehr steige im raxgebiet gehen. so sind wir bei einer rax/schneeberg überquerung das gaisloch abgestiegen. und damit hat es eigentlich begonnen.

was hat damit begonnen?

die freude an dieser art des bergsports. kurze zeit später haben wir uns bei einem usi kletterkurs angemeldet, aber absolut nichts gerissen. wir haben dabei mehr fussball gespielt als sonst was. ich kann mich noch genau erinnern, wie damals die karin begeistert von meinem springschnurspringen (5000 turns and more) tat. vielleicht wars nur blöde motivation von dummen schülern. aber bei mir hats geholfen.

und wann kam dann die richtige kletterei?

dazwischen gabs dann noch einen kurs beim ötk-edi. das ist ein 127 jähriger, blonder adonis, der eigentlich nur erzählen konnte, dass butter schlecht wird, wenn sie in der sonne steht - und das DAS dann gut ist. oder so. jedenfalls war das kein bergsteiger. kein idol an dem ich mich orientieren konnte. er hats zwar nie erzählt, aber gerade deswegen weiss ich, dass er nie höher als am gipfel der mizi langer wand war. vielleicht war er sogar mit der mizi verheiratet (jedenfalls hat sie ihn mit 95 verlassen, woraufhin er nur mehr butter gegessen hat)

und dann?

dann kam ich zu bergrettung nach puchberg. von diesem schritt hab ich mir viele kontakte zu richtigen bergsteigern erwartet. richtige bergfexen die viel unterwegs sind. doch leider sind ostösterreichische bergretter mitglieder eines familien- und kegelvereins der ÖBR heisst. alle verliebt wie sau in ihren scheiss schneeberg und kaum einer, der mal ein bisschen anfahrt in kauf genommen hätte, um einen richtigen berg zu besteigen. jedenfalls hab ich mit denen gebraochen, zudem es einfache leute sind. und ich kann einfache leute nicht ausstehen. die stinken immer nach schnitzel oder leberkässemmel.

also wieder nichts.

genau. zwischendurch hab ich schon ein bisschen erfahrung sammeln können im schnee und eis, wobei ich fast einen freund verloren hätte- zum glück ist ihm nur ein fingerglied dabei abgefallen und nach einigen tagen und einigen litern harn im blut gings ihm wieder besser. er ist jetzt übrigens herrscher über das land auf dem er steht - der edle von ulrichskirchen. zwischendurch wurde noch ein grundlagenkurs auf der simonyhütte gebucht, bei dem endlich ein ernst zu nehmender bergsteiger vor mir als ausbildner stand. aber dann kam der große moment. dachte ich. wieder der ötk bot einen kursus unter dem namen "hochalpines bergsteigen" an. perfekt. drei aufbauende module, immer schwierigere touren. tolles programm. das problem war, dass die clientel, die sich dazu gemeldet hatte nur zu einem viertel dafür geeignet war. und nebenbei gesagt der ausbildnet ein specht sondergleichen und ein risikofaktor himself war. dennoch konnten ich damals noch mit der astrid gemeinsam sehr viel erfahrung für winterbesteigungen und biwaks sammeln. die meisten tips von walter stellten sich als gequrilte scheisse raus und so brachen wir den kurs ab.

und seit dem sind sie bergsteiger?

nein. nicht ganz. wir haben dann den restlichen winter einige touren und biwaks selbstständig durchgeführt und sind im frühsommer an unsere ersten nordwände im glocknergebiet gegangen. danach war eigentlich das meiste kein problem mehr. verschiedene hochtouren, wobei ich bei manchen bereits als co-instruktor unterwegs war wurden von einem kurzen, von schlechtwetter gesegneten aufenthalt in der schweiz mit einer besteigungshöhe bis zu 4545m gekrönt. bis jetzt hab ich etwa 100.000 höhenmeter zurückgelegt.

und wie soll es weitergehen?

nun nächsten sommer beginne ich mit der hochtouren ausbildung zum instruktor und werde mehrere wochen autark in den westalpen mit zelt und kocher unterwegs sein. vielleicht beteilige ich mich ende des jahren noch an einer 6000er expedition, um dann für übernächstes frührjahr gewappnet zu sein, für meine erste autarke fast-7000er besteigung des aconcagua. viel weiter voraus plane ich noch nicht. es wird sich weisen, ob es mich weiter in die höhe ziehen wird, oder ob ich mich zu einem sportkletterer degradiere, der keine kosten, dafür mühen scheut, einen schönen spot zu beklettern...

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