wir kommen und wir gehen. ganz allein.
zwischendurch gibt es wohl ein paar momente. ein essen. ein treffen. eine gesellschaft. doch eigentlich sind wir allein. mittendrin. und doch allein. neben unserer zeit als darsteller auf einer kleinbustkühne des waldviertler stadttheaters waren wir helden in den großen geschichten die nie uns passierten, die niemals wahr wurden. und danach war es finster. warum nicht auf der couch liegen. warum nicht schlafen? es passiert nur einmal. da kann ich mich doch auch ausruhen. es mir gut gehen lassen und vor mich hin schwelgen in dezenter entspannung. keine aufregung. kein stress. nur friede. freude. öde leere. das ist schön. kerzen bei der badewanne im finsteren raum. dazu ein duft von rosenblüten. die zehen aus dem wasser stecken. den kopf unter tauchen und nichts mehr hören. nichts mehr sehen. entspannt liegen. und dann ist es vorbei. ein föhn. ein radio. unabsichtlich. dennoch vorbei. nein. was für eine tragödie. so früh sind sie gestorben. viel zu früh. was aus ihnen noch hätte werden können. präsidenten. schauspieler. schausteller. schaulustige. zuschauer. pöbel. dekadenter mittelstand, der sich viel zu wichtig nimmt. zwischen jetzt und tot ist nur das leben. und das leben wartet. es wartet nicht. es fordert nicht. es ruft nicht zur tat. wir können schlafen. die arbeit wird getan werden. keine sorgen. nur der föhn und ich. und keine verbrannte hand, die sich nach der türe reckt. vielleicht doch noch was unerledigt. vielleicht doch nicht ganz zufrieden. vielleicht doch draufgekommen, dass die gesamte zeit für umsonst gewesen ist. nicht verändert. nicht mal sich selbst. aber relaxt. ruhig. lasch. unbeweglich. träge in der ecke liegend. von spinnweben umgarnt. nutzlos vergeudet. und nicht mal das leben ist schuld. niemand ist schuld. er weiss es. er kann niemandem die schuld geben. das leben fordert nicht. das leben gibt nicht. es ist einfach nur. wir auch.
noch.
Sonntag, März 14, 2004
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